Hochrheinbahn: Steht die Ablösung der VT 611 kurz bevor?

Laut einem Bericht aus der Zeitschrift LOK-Magazin (Ausgabe 5/2018) steht die Ablösung der unbeliebten, weil störanfälligen Neugetechnik-Triebwagen der Baureihe 611 kurz bevor. Demnach plant die Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB), die für die Stellung der Fahrzeuge verantwortliche Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, diese ab 1. Mai 2018 durch die Nachfolgebaureihe 612 zu ersetzen. Dies war ja schon seit über einem Jahr geplan und auch im Verkehrsvertrag entsprechend festgeschrieben, ist aber aus unklaren Gründen bislang nicht erfolgt.

Fahrgäste der Hochrheinbahn dürften es unterdessen bemerkt haben: seit Anfang März 2018 steht einer dieser „neuen“ Second-hand-Triebwagen im Badischen Bahnhof in Basel und wird dort sowie auf einzelnen Fahrten zwischen Basel und Singen für Personalschulungen genutzt. Die 612er sind generalüberholt und im „Landesdesign“ weiß-gelb-schwarz lackiert und bieten gratis-Internet via WLAN (wenn denn der Mobilfunk entlang der Strecke dies zulässt) sowie eine Hublift für Rollstuhlfahrer. Auch soll es mehr Platz für Fahrräder geben.

Wer die „neuen“ Fahrzeuge aus anderen Regionen kennt, weiß dass diese nicht wirklich zuverlässiger sind. Es regnet zwar nicht in diese herein und auch Klimaanlage und WC scheinen besser zu funktionieren, aber auch die Baureihe 612 sorgte durch steten Ausfall der Neigetechnik schon für viele Verspätungen und Ärger bei den Reisenden. Nicht umsonst ist man z.B. in Sachsen nicht böse, dass die Fahrzeuge dort weitestgehend abgezogen wurden.

Unklar ist noch, ob es die RAB wirklich schafft, genug Triebwagen bis Anfang Mai verfügbar zu haben, steht doch deren Einsatz auch auf anderen Neigetechnikstrecken an. Fakt ist, das haben die gut 25 Jahre Regeleinsatz der Neigetechnik in Deutschland gezeigt, dass es hierzulande kein einziges wirklich zuverlässiges Fahrzeug mit dieser Funktion gibt und es auf jeder so betriebene Linie regelmäßig zu Störungen kam und kommt. Wirklich gewinnbringend für den Fahrgast wäre nur ein Verzicht auf die Neigetechnik, der zwischen Basel und Ulm circa 20 Minuten Fahrzeitverlängerung (bei einer Reisezeit von über 3 Stunden), dafür aber auch einen verlässlichen Fahrplan bieten würde.

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