Hochrheinbahn: Land fordert Qualitätsverbesserung – Lösungen brächte wohl nur der Verzicht auf Neigetechnik

Seit längerer Zeit brauchen die Fahrgäste auf der Hochrheinbahn starke Nerven. Defekte Triebwagen, die zu Zugausfällen oder zu kurzen Zügen führen und dazu noch die regelrecht fahrgastfeindliche Ausstattung der Triebwagen auf der IRE-Linie Basel – Singen am Hohentwiel (- Ulm).

Nun teilt der Amtschef des Verkehrsministeriums, Professor Uwe Lahl, mit: „Die von unserem Vertragspartner DB Regio gelieferte Qualität auf der Hochrheinstrecke ist für uns nicht akzeptabel.“ Überdies habe man von der DB Regio die Zusage, dass die Probleme „mit der mit der Inbetriebnahme der meisten überholten Züge bis Ende August und abschließend bis Ende September“ behoben sind. Man fordere aber auch „auf dem Weg dorthin eine rasche schrittweise Verbesserung“.

Konkret gemeint sind die mangelhafte Verfügbarkeit der Triebwagen der Baureihe 612, die erst seit April auf der Strecke verkehren und die genauso störanfällige Baureihe 611 ersetzen soll(t)en. Für Kenner ist es unterdessen kein Wunder, dass auch die 612er nicht richtig funktionieren. In anderen Bundesländern, wie Sachsen oder Bayern gibt bzw. gab es mit diesem Fahrzeugtyp ebenso Probleme. Generell kann man sagen, dass es ausser dem schweizer ICN in Mitteleuropa kein Fahrzeug mit Neigetechnik gibt, weclhes zuverlässig verkehrt, auch in der Schweiz gibt es seit der Inbetriebnahme der Triebwagen ETR610 bzw. RABe 503 (seinerzeit als „New Cisalpino“ bezeichnet) bis heute regelmässig Probleme mit Neigetechnikfahrzeugen – wie auch schon mit dessen Vorgänger ETR470.

Überdies machen auch die übrigen auf der Hochrheinbahn verkehrenden Fahrzeuge, die dreiteiligen „Talent“-Triebwagen und die „Walfische“ der Baureihe 641 immer wieder Probleme in Form von Antriebs- bzw. Motorschäden. Dies ist vor allem verwunderlich, da andernorts in Deutschland Dieseltriebwagen weitestgehend problemlos fahren.

Die „neuen“ Triebwagen der Baureihe 612 sind unterdessen genau wie deren Vorgänger sehr „fahrgastfeindlich“, mit steilen und schmalen Einstiegen. Hier wäre, auch im Hinblick auf die regelmässigen Ausfälle der Neigetechnik, der Einsatz nicht-neigefähiger Niederflurtriebwagen die einzig wahre Lösung. Die Fahrzeit Ulm – Basel würde sich laut streckenkundigem Personal nur um 15-20 min verlängern, was zumindest für Fahrgäste aus dem Dreiländereck nicht so schlimm sein dürfte, verpasst man ja derzeit bei pünktlicher Ankunft auch planmässig die Anschlüsse von/zur Wiesentalbahn. Zur Rheintalbahn sind sie dagegen eher zu lang.

 

 

 

 

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