Region: Anerkennung von Zeitkarten des tnw/RVL im Ausland ab 15.12.2019 – Angebot mit Haken!

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Zum Fahrplanwechsel am 15.12.2019 machen die Tarifverbünde tnw und RVL ihren Jahreskartenkunden bzw. Abonnementsinhabern ein neues bzw. erweitertes Angebot: Ab diesem Tage hört die Gültigkeit der Karten nicht mehr grundsätzlich an der Staatsgrenze auf, sondern gilt auch in einem begrenzten Bereich im Nachbarland.

Während es für die tnw-Kunden auf schweizer Seite relativ einfach erklärt ist – das U-Abo gilt auch in den RVL-Tarifzonen 1, 2 und 3 (also etwa von Weil am Rhein über Lörrach bis Rheinfelden und in jeweils umliegende Gemeinden) – hat man für die RVL-Kunden auf deutscher Seite wieder einige Fallstricke eingebaut, denn nur die Regio-Card-Abos werden in den tnw-Tarifzonen 10 und 40 vollständig anerkannt, nicht etwa die normalen Monatskarten wie die RegioCard oder die JobCard! Für letztere gilt stattdessen eine Anerkennung nur auf den Tramlinien 6 und 8 bzw. den Buslinien 38 und 55 von Deutschland her bis „Basel, Claraplatz“ bzw. ins gesamte „Schweizer Rheinfelden“. Wieder einmal wird somit eine eigentlich gute Lösung durch fragwürdige Ausnahmen madig gemacht – wie auch schon beim Ticket4LÖ mit der 9-Uhr-Grenze unter der Woche.

Mutmaßlich soll damit vermieden werden, dass schweizer ÖV-Nutzer, welche nur innerhalb der tnw-Zonen 10 und/oder 40 unterwegs sind) statt des U-Abos auf eine deutsche Zeitkarte umsteigen, wobei das in Form der Jahreskarte mit einigen leicht herauszufindenden Tricks (deutsche Anschrift) sehr wohl möglich wäre, zumal die RVL-Zeitkarten zum Teil  (RegioCard Abo) übertragbar sind, also durch verschiedene Personen benutzt werden können.

Auch wird es wohl eine Preiserhöhung geben, denn in der Pressemitteilung wird betont, dass die tnw-Kunden auf schweizer Gebiet zum gleichen Preis einen Mehrwert erhalten, RVL-Kunden aber einen „nahezu unveränderten Preis“ zu zahlen haben werden. So spielt man dann doch wieder die Bürger in der Region gegeneinander aus und sorgt sicher für das eine oder andere Unbehagen.

Weiterhin wird es aber möglich sein, mit „reinen“ RVL-Fahrscheinen mit dem Zug bis zum Basler Bahnhof SBB zu fahren, wenn der jeweilige Fahrschein für die Tarifzone 8 des RVL gilt. Eine Weiterfahrt mit Bus, Tram oder S-Bahn innerhalb Basels ist dann jedoch nicht möglich.

Fun fact: So wie sich die Medienmitteilung liest, kann man mit einer
RVL-RegioCard für eine nicht an die Staatsgrenze nicht anliegende
Tarifzone (zum Beispiel die Zone 7 für die Strecke Zell - Todtnau 
inklusive Zone 6) unbeschränkt von/nach Basel Claraplatz fahren,
wie auch immer das aussehen soll, wenn das Ticket mutmaßlich nicht
von Steinen bis Riehen gilt. Ob dies ein Fehler in der Formulierung
der von schweizer Seite verfassten Pressemitteilung ist (der RVL hat diese
einfach kopiert) oder tatsächlich so funktionieren würde, bleibt offen.

5 Kommentare

  1. Zitat:
    „Mutmaßlich soll damit vermieden werden, dass schweizer ÖV-Nutzer, welche nur innerhalb der tnw-Zonen 10 und/oder 40 unterwegs sind) statt des U-Abos auf eine deutsche Zeitkarte umsteigen, wobei das in Form der Jahreskarte mit einigen leicht herauszufindenden Tricks (deutsche Anschrift) sehr wohl möglich wäre, zumal die RVL-Zeitkarten zum Teil (RegioCard Abo) übertragbar sind, also durch verschiedene Personen benutzt werden können.“
    Für ein RVL-Abo wird keine deutsche Anschrift benötigt, Voraussetzung für die Teilnahme am Abonnement ist lediglich die Erteilung eines SEPA Basis-Lastschriftmandats (die Abbuchung erfolgt in Euro). Das muss kein DE-Konto sein, auch wenn es das Antragsformular so vorgibt (https://rvl-online.de/download/4027/).

    Ergänzung zum Fun Fact
    Das ist ausgeschlossen:
    „Bei RVL-Monats- und Jahreskarten sowie Jahresabos für 2 RVL-Zonen hängt die grenzüberschreitende Gültigkeit an Werktagen und Schultagen davon ab, ob die Karten entsprechende grenznahe RVL-Zonen (1, 2, 3 oder 8 beinhalten, die den direkten grenzüberschreitenden Übergang in die TNW-Zonen 10 bzw. 40 ermöglichen.“
    Quelle: https://rvl-online.de/wp-content/uploads/Tarife-Dez-2019_Vorschau.jpg

    • Bis heute hat der RVL noch keine Infos dazu unter „Tarife“. Die „Tarifvorschau“ findet man auch nur versteckt. In der Pressemitteilung war es nicht so erklärt.

  2. Der RVL hat es eben drauf – das Marketing und die Kundennähe 🤪 … und begibt sich damit auf das Niveau des seinen Tarif anerkennenden Verkehrsunternehmen. Lediglich die SBB Deutschland GmbH informiert ganz passabel via Newsletter und Website.

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