Lörrach: 365-Euro-Ticket und Änderungen beim Stadtbus gefordert bzw. kritisiert

Die Fraktionen der SPD und der Grünen im Lörracher Gemeinderat haben in der Sitzung am vergangenen Donnerstag die Einführung einer 365-Euro-Jahreskarte für den ÖPNV im Stadtgebiet, idealerweise fürs gesamte Oberzentrum Lörrach – Weil am Rhein gefordert. Dieses Angebot, welches besonders von der Lörracher SPD mit Verweis auf selbiges Angebot in Wien seit Längerem angeregt wird, soll der nächste Schritt zu einem atraktiveren Nahverkehr in Lörrach werden.

In der österreichischen Hauptstadt, aber auch in anderen Städten und Regionen auch ausserhalb Österreichs sind derartige Tickets seit einiger Zeit ein Renner oder sollen dies werden und bewegen mehr Menschen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Das Konzept ist einfach: für einen Euro am Tag unbegrenzt viele Fahrten im örtlichen ÖPNV – das überzeugt und ist leicht verständlich.

In Lörrach wäre es eine Ergänzung des Ticket4LÖ, des „1-Euro-Tickets, welches sich überaus gut verkauft, im Januar 2020 seien 7588 dieser Vierer-Karten verkauft worden, was etwa 30.000 einzelnen Fahrten entspricht.

Außer dieser Jahreskarte wurden noch weitere Verbesserungen angeregt, so beispielweise die Einführung des 15-min-Taktes auf weiteren Strecken (heute gibt es dies nur unter der Woche zwischen der Innenstadt und dem Salzert). Auch wurde bemängelt, dass Anträge zur Verbesserung des Stadtbusses aus dem letzten Herbst immer noch unbearbeitet sind, was laut den Stadtwerken am Personalmangel liege – konkret fehlt ein ÖPNV-Planer, die Stelle ist aktuell noch ausgeschrieben, nachdem der usprüngliche Bewerbungsschluss der 23. Mai 2020 war.

Kritik gab es auch für die geplanten Änderungen auf der Buslinie 9. Diese soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 nur noch stündlich zwischen dem Salzert und dem Bahnhof Stetten verkehren, dafür aber „in der anderen halben Stunde“ die Einkaufsmärkte in der Weiler Straße bedienen und Stetten-Süd ein zweites Mal pro Stunde anfahren. Fakt ist: dadurch wird das Angebot auf der Linie 9 noch unübersichtlicher und fahrgastunfreundlicher, da es zu weiteren „Kringelfahrten“ kommt – und Stetten-Süd hat weiterhin keine umsteigefeie Verbindung in die Innenstadt. Das von der SPD-Fraktion eingereichte Buskonzept vom Herbst, welches wie erwähnt auf Bearbeitung wartet, hätte hier deutlich bessere Optionen bei gleichem Fahrzeugaufwand geboten.

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